Relaunches gehören zu den häufigsten Ursachen für plötzliche Sichtbarkeitsverluste. Selten liegt es an einem einzigen großen Fehler – meist summieren sich kleine Versäumnisse: fehlende Weiterleitungen, gekürzte Inhalte, veränderte interne Verlinkung. Diese Checkliste ordnet die wichtigsten Schritte den Projektphasen zu.
Vor dem Relaunch: Inventur und Anforderungen
Erfasse alle URLs, die heute Wert haben: Seiten mit organischen Klicks laut Google Search Console, Seiten mit externen Backlinks, Seiten aus der XML-Sitemap und Seiten, die der Crawler findet. Diese Liste ist die Grundlage für das Redirect-Mapping.
Formuliere parallel SEO-Anforderungen an die neuen Templates: serverseitig ausgelieferte Inhalte, eindeutige Title- und Meta-Description-Felder, Canonical-Logik, strukturierte Daten, Breadcrumbs und eine durchdachte interne Verlinkung.
- URL-Inventar aus Search Console, Crawl, Sitemaps und Backlink-Daten
- Benchmark: Klicks, Impressionen und Rankings der wichtigsten Seiten sichern
- SEO-Anforderungen für Templates und CMS dokumentieren
Während des Projekts: Mapping und Staging-Prüfung
Jede alte URL mit Wert erhält eine inhaltlich passende neue URL. Weiterleitungen auf die Startseite sind kein Ersatz – Google behandelt sie häufig wie Soft-404-Fehler. Vermeide Weiterleitungsketten, indem alte Weiterleitungen direkt auf das neue Ziel zeigen.
Die Staging-Umgebung sollte vor Indexierung geschützt sein, idealerweise per Passwortschutz statt per noindex. So kann das noindex auch nicht versehentlich mit live gehen. Crawle die Staging-Umgebung und vergleiche Metadaten, Überschriften, Inhalte und interne Links mit der alten Website.
Am Tag des Go-live
Teste die Weiterleitungen mit der vollständigen URL-Liste, prüfe robots.txt und Meta-Robots, reiche die neue XML-Sitemap in der Search Console ein und kontrolliere stichprobenartig das gerenderte HTML wichtiger Seitentypen. Bei einem Domainwechsel kommt die Adressänderung in der Search Console hinzu.
Nach dem Go-live: Monitoring
Beobachte in den ersten Wochen täglich Crawl-Fehler, Indexierungsstatus und die Entwicklung der wichtigsten Seiten. Vorübergehende Schwankungen sind normal. Bleiben Seiten jedoch dauerhaft aus dem Index oder fallen deutlich, lohnt sich eine schnelle Ursachenanalyse – je früher, desto einfacher die Korrektur.